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Pubertät und Verhütung

Irgendwann ist es auch für Dich das erste Mal – Du gehst zur Frauenärztin bzw. zum Frauenarzt. Und wie den meisten Mädchen in dieser Situation gehen Dir sicher allerlei Dinge durch den Kopf:

  • Welche Fragen werden mir dort gestellt?
  • Wie geht die Untersuchung vor sich?
  • In welchem Alter sollte ich eigentlich zum ersten Mal in die frauenärztliche Praxis gehen?
  • Wie bereite ich mich am besten darauf vor?
  • Kann ich auch als Jungfrau zum Gynäkologen gehen, also wenn ich noch keinen Geschlechtsverkehr hatte?
  • Nimmt mich der Frauenarzt als junges Mädchen auch ernst?
  • Ab wann bekomme ich die Pille verschrieben?

Und viele andere Fragen .....

Das alles führt nicht nur bei jungen Mädchen oft zu ängstlichen Erwartungen und Schamgefühlen.

Sind diese Ängste aber wirklich begründet? – Nein. Viele dieser Ängste lassen sich nehmen, wenn Du genau weißt, was alles in der frauenärztlichen Praxis passiert und was Dich dort erwartet.

Als Jungfrau zum Frauenarzt?Natürlich kannst Du auch dann zum Frauenarzt gehen, wenn Du noch keinen Geschlechtsverkehr hattest, also wenn Du noch „Jungfrau“ bist. Der Frauenarzt wird Dich bei der ersten Untersuchung danach fragen – oder Du erzählst ihm das gleich selbst. Er wird Dich dann entsprechend vorsichtig untersuchen oder nur eine Ultraschalluntersuchung vom Bauch her durchführen.

Wann das erste Mal zum Frauenarzt?
Ein ganz bestimmtes Alter kann man dafür nicht angeben. Nach Möglichkeit sollte das aber vor dem 18. Lebensjahr liegen. Die meisten Mädchen gehen so um das 16. Lebensjahr erstmals zur frauenärztlichen Sprechstunde. Meist ergibt es sich auch von allein, weil ein bestimmter Grund vorliegt.

Ein Grund dafür könnte sein, dass Du einfach so zu einer Untersuchung möchtest, einer so genannten Vorsorgeuntersuchung. Ein zweiter Grund, und das kommt am häufigsten vor, ist, dass Du Dich genauer über Schwangerschaftsverhütung informieren möchtest. Aber möglicherweise hast Du auch Beschwerden im Unterbauch oder Probleme mit der Regelblutung oder Ausflussbeschwerden.

Bei folgenden Problemen unbedingt zum Frauenarzt:

  • bei starken Menstruationsschmerzen
  • bei starkem Ausfluss oder Juckreiz in der Scheide
  • bei Entzündungen im Scheidenbereich
  • wenn die Regelblutung mit 16 Jahren noch nicht eingetreten ist
  • wenn die Blutungen sehr unregelmässig kommen
  • bei Zwischenblutungen
  • bei Unterbauchschmerzen
  • bei Wunsch nach der Pille oder anderen Verhütungsmitteln
  • wenn Du glaubst, schwanger zu sein
  • wenn Du Geschlechtsverkehr ohne Verhütung hattest und auf keine Fälle schwanger werden willst
  • überhaupt bei allen Fragen rund um die Pubertät, körperliche Entwicklung und Sexualität
  • bei Fragen zur Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

Die meisten Mädchen gehen das erste Mal zum Frauenarzt, wenn sie sich über Schwangerschaftsverhütungsmittel beraten lassen wollen bzw. Wenn sie die Pille möchten.

Für die Pilleneinnahme gibt es keine nach unten Altersgrenze. Manchmal gibt es jedoch medizinische Bedenken gegen eine Pillenverschreibung. Dann wird der Arzt Dir zu anderen Verhütungsmitteln raten.

Ärztin oder Arzt?
Ist es besser zu einem Arzt oder zu einer Ärztin zu gehen? Beim ersten Nachdenken würdest Du sicherlich spontan sagen: eine Ärztin. Wegen des Schamgefühls oder weil Du glaubst, dass eine Ärztin die Gefühle einer Frau oder eines jungen Mädchens besser verstehen kann. Andere fühlen sich gerade von einem Mann als Frauenarzt besser betreut. Das wirst Du herausfinden müssen.

Die Mutter mitnehmen?
Kannst Du – musst Du aber nicht. Deine Mutter kennt Deine Entwicklung und Deine Wünsche und Probleme. Sie wird Dir vielleicht schon erzählt haben, was alles beim Frauenarzt passiert. Sie wird sicherlich auch wissen, ob Du Angst hast, allein dorthin zu gehen, obwohl Du vor dem ersten Besuch beim Frauenarzt keine Angst zu haben brauchst. Wir führen auch eine so genannte Teenager-Sprechstunde durch. Hier kannst Du Dich mit dem Arzt unterhalten, ohne dass er gleich beim ersten Besuch eine Untersuchung durchführt. Du kannst natürlich auch Deinen Freund oder eine Freundin mitnehmen.

Das solltest Du unbedingt mitnehmen:

  • deine Chipkarte
  • den Regelkalender
  • den Impfpass

In der frauenärztlichen Praxis werden Dir folgende Fragen gestellt:

  • warum Du die Sprechstunde aufsuchst
  • in welchem Alter Du die erste Regel hattest
  • wann die letzte Regelblutung war (Zykluskalender)
  • ob die Regelblutungen immer pünktlich kommen
  • welche Krankheiten Du bisher hattest
  • ob Du schon einmal operiert wurdest
  • ob Du schon einmal Geschlechtsverkehr hattest

Die Untersuchung
Welche Art der Untersuchung notwendig sein wird, hängt vom Anlass Deines Besuchs ab.

Eventuell genügt auch eine äusserliche Tastuntersuchung vom Bauch her, die ev. mit einer äusserlichen Ultraschalluntersuchung kombiniert werden kann.

Zur gynäkologischen Untersuchung ist es notwendig, auf dem entsprechenden Untersuchungsstuhl Platz zu nehmen. Die Untersuchung beginnt mit der Beurteilung der äusseren Geschlechtsteile, z.B. ob hier Entzündungen vorhanden sind. Danach werden die so genannten Specula (Spiegel) vorsichtig in die Scheide eingeführt und die Scheide damit etwas auseinander gespreizt. Solche Spiegel sind vorgewärmte Metallspatel, die es in unterschiedlicher Grösse gibt. Wenn Du noch keinen Geschlechtsverkehr hattest, nimmt der Frauenarzt sehr kleine Instrumente, damit es nicht wehtut.

Es erfolgt dann die Beurteilung der Scheide und des Muttermundes. Dabei kann der Arzt sehen, ob Du Ausfluss hast, ob die Scheide durch eine Entzündung gerötet oder geschwollen ist. Wenn nötigt, entnimmt der Frauenarzt mit einem Wattestäbchen einen Zellabstrich aus der Scheide oder vom Muttermund (=Krebsvorsorgeabstrich).

Anschliessend erfolgt die Tastuntersuchung. Hierbei werden die Grösse , Lage und Festigkeit der Gebärmutter und der Eierstöcke beurteilt. Wenn Du noch keinen Geschlechtsverkehr hattest, erfolgt die Tastuntersuchung nicht durch die Scheide.

Und eventuell ist auch eine Brustuntersuchung erforderlich: dazu musst Du Deine Bluse oder das T-Shirt ausziehen und der Frauenarzt wird dann beide Brüste abtasten und nach bestimmten knotenartigen Veränderungen suchen.

Gespräch
Nach der Untersuchung wird der Arzt mit Dir die Befunde besprechen, ob alles in Ordnung ist oder ob bestimmte Erkrankungen vorliegen. Jetzt hast Du auch die Gelegenheit, Fragen zu stellen, die Du im Zusammenhang mit der Untersuchung hast.

Über Sex reden?
Beim Frauenarzt bist Du mit Deinen sexuellen Fragen und Problemen meist gut aufgehoben.

Mit ihm kannst Du offen und ohne Scheu über Deine alle Probleme sprechen. Für die meisten Frauenärzte ist es natürlich und selbstverständlich, dass auch junge Mädchen sexuelle Gefühle und den Wunsch nach körperlicher Zärtlichkeit und Geschlechtsverkehr haben. Sie werden es also verstehen, wenn Du vielleicht noch recht jung zum Frauenarzt kommst, um Dir z.B. die Pille verschreiben zu lassen.

Wichtig ist es auch, zu wissen, dass in jedem Fall die ärztliche Schweigepflicht auch den Eltern gegenüber gilt. Wenn Du kein Vertrauensverhältnis zu Deinen Eltern hast, mit ihnen nicht über Deine Sorgen und Probleme sprechen möchtest, kannst Du Dich auf das Stillschweigen des Arztes verlassen.

Nachdem die Abläufe in der frauenärztlichen Sprechstunde geschildert werden, solltest Du Dir einmal durch den Kopf gehen lassen, was Du von Dir und Deinem Körper weißt.

Was bedeutet eigentlich Pubertät?
Mit der Pubertät beginnt die Geschlechtsreife. Sie stellt für jeden Menschen einen bedeutenden Lebensabschnitt dar. Die Pubertät beginnt bei Mädchen meist zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr, bei Jungen meist etwas später.

 ... die Hormone sind schuld!
Ausgelöst wird die Geschlechtsreife beim Mädchen durch Hormone aus den Eierstöcken, den so genannten Geschlechtshormonen. Diese Hormone werden an die Blutbahn abgegeben und bewirken die vielfältigen körperlichen und psychischen Veränderungen beim Mädchen. Du wirst vom Mädchen zur Jugendlichen, zur Frau!

 ...Du wirst selbständiger!
Aber nicht nur körperlich entwickelst Du Dich zur Frau. Auch Dein ganzes Wesen, Deine Einstellungen zum Leben, Dein Fühlen und Denken verändern sich. Du möchtest mehr und mehr selbständig sein.

...die Gefühle geraten durcheinander!
Immer mehr interessierst Du Dich für Jungen, schwärmst für sie und verliebst Dich in sie. Aber Du bemerkst auch, dass sich die Jungen für Dich interessieren, und Du flirtest mit ihnen. Und bald hast Du auch deinen ersten Freund. Immer öfters verspürst Du ein Kribbeln im bauch – die Sexualität erwacht. Du möchtest Schmusen und Küssen... und auch mit Deinem Freund „schlafen“, also Geschlechtsverkehr haben. Dein Leben verändert sich.

Körpergrösse und Körpergewicht nehmen zu und Deine Figur wird betont weiblich. Deine Brüste entwickeln sich, ebenso die Scham- und Achselbehaarung. Und die Menstruation stellt sich ein. Auch die Beckenknochen werden breiter: das ist für spätere Schwangerschaften und Geburten wichtig.

Die Geschlechtsorgane

Die inneren Geschlechtsorgane (Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter) treten aus ihrer kindlichen Ruhephase heraus und werden aktiv.

Der Kitzler (Klitoris) ist das Lust auslösende Organ der Frau. Er ist etwa mit dem Glied beim Mann zu vergleichen. Auch der Kitzler hat eine Eichel, eine Vorhaut und einen Schwellkörper. Er besitzt tausende freie Nervenenden, die bei zarter Berührung ein starkes Lustgefühl auslösen.

Die kleinen Schamlippen haben auch zahlreiche solcher Nervenenden und sind deshalb auch sehr feinfühlig.

Das Jungfernhäutchen (Hymen) befindet sich am Scheideneingang. Es ist ein dünnes Häutchen von recht unterschiedlicher Form. Es hat eigentlich keine Funktion. Beim ersten Geschlechtsverkehr wird es so stark gedehnt, das es meist einreisst. Das kann manchmal zu leichten Blutungen und zu Schmerzen führen. Frauen, bei denen das Häutchen noch erhalten ist, die also noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, nennt man auch Jungfrauen.

Die Scheide (Vagina) dient dem Geschlechtsverkehr und als Geburtskanal für das baby. Ausserdem fliesst durch die Scheide das Menstruationsblut ab.

Die Gebärmutter (Uterus) ist ein etwa 7 cm grosser Muskelhohlkörper. Sie ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die sich zyklisch auf- und abbaut (Menstruationsblutung). In der Schwangerschaft dient sie als „Nest“. In ihr wächst das Baby heran.

In den Eierstöcken (Ovarien) werden die weiblichen Hormone gebildet. Hier reift monatlich eine Eizelle heran. Die Eileiter (Tuben) transportieren die Eizelle zur Gebärmutter. Im Fall einer Schwangerschaft findet hier die Befruchtung durch die Spermien statt.

Die Brüste – das 1. Reifezeichen. Das Wachstum der Brüste beginnt um das 10. Lebensjahr. Anfänglich treten nur die Brustwarzen hervor. Du verspürst ein Spannungsgefühl in den Brüsten und sie entwickeln sich mehr und mehr.

Immer wieder wirst Du in dieser zeit vor dem Spiegel stehen und die Entwicklung Deines Körpers beobachten und besonders auch das Wachstum der Brüste. Mach eine Deiner Freundinnen ist vielleicht schon weiter entwickelt oder es ist umgekehrt. Die Pubertät beginnt bei jedem anders. Natürlich möchte jedes Mädchen eine gute Figur haben und manchmal wirst Du andere beneiden. Aber letztlich ist jeder Körper schön, auch wenn die Form und Grösse der Brüste nicht unbedingt dem entspricht, was Du Dir selbst erwünschst. Du solltest Dich mit Deinem Körper anfreunden, ihn akzeptieren und mögen.

Die Schambehaarung – das 2. Reifezeichen. Als zweites Reifezeichen kommt im Alter so um das 11. Lebensjahr das Wachstum der Körperbehaarung dazu. Besonders auffallend ist die Schambehaarung, aber auch die Achselbehaarung. Schambehaarung heisst es deshalb, weil man die äusseren Geschlechtsteile früher auch als die „Scham“ bezeichnet hat. Letztlich verdecken die Haare auch den Scheideneingang, die Schamlippen und den Kitzler.

Das wichtigste Reifezeichen eines Mädchens ist die erste Regelblutung, medizinisch die Menarche genannt.

...und wann kommt die erste Blutung?
Sie tritt so etwa um das 13. Lebensjahr auf. Oft wird die erste Regel von einem Mädchen schon sehnsüchtig erwartet, weil sie Ausdruck von Erwachsensein ist. Bei einigen Mädchen kommt die Regel schon mit 10 Jahren, bei anderen aber erst mit 15 Jahren. Sowohl das eine als auch das andere ist normal. Du musst Dir also keine Sorgen machen, wenn Du z.B. mit 15 Jahren noch keine Regelblutung hast. Hast Du sie jedoch noch nicht, wenn Du 16 Jahre alt bist, solltest Du zum Frauenarzt gehen und Dich untersuchen lassen.

 ...und kündigt sich die erste Blutung an?
Die erste Regelblutung kann plötzlich und ohne Vorwarnung kommen. Einige Mädchen bemerken aber schon vorher ab und zu leichte Schmerzen im Unterbauch oder Ausfluss, eine weisslich-gelbliche Absonderung aus der Scheide.

...und Schmerzen?
Die meisten Mädchen haben keinerlei Beschwerden bei der ersten Blutung und es blutet auch nur schwach für 2-3 Tage. Einige haben aber auch Schmerzen oder auch recht lange Blutungen von mehr als 10 Tagen.

 

Der Menstruationszyklus

Der Ausdruck Menstruation kommt von dem lateinischen Begriff „Menses“ (Monate). Aber fast jede Frau benutzt in der Umgangssprache einen anderen Ausdruck, z.B. dass sie ihre „Menses“ habe oder ihre „Tage“ habe oder die „Periode“ oder die „Regel“. Allen diesen Ausdrücken liegt also zugrunde, dass die Blutungen ab jetzt regelmässig oder monatlich auftreten. Du wirst etwa bis zum 50. Lebensjahr Deine Regelblutungen haben.


Was ist ein normaler Zyklus?

Von einem normalen Zyklus sprechen wir immer dann, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Zykluslänge 23-34 Tage: berechnet vom 1. Tag einer Blutung bis zum letzten Tag vor der kommenden Regelblutung
  • Blutungsdauer 3-7 Tage
  • Blutungsstärke: Verbrauch von 3-5 Binden oder Tampons pro Tag
  • das Vorhandensein eines Eisprungs

...die ersten Regelblutungen – immer unpünktlich?
Wie Du sicherlich bemerkt hast, treten die ersten Regelblutungen meist nicht pünktlich auf. Manchmal kommt die nächste Blutung erst einige Wochen verspätet. Das muss Dich aber nicht beunruhigen. Die Ausreifung des Menstruationszyklus braucht bei einigen Mädchen längere zeit. Manchmal dauert es sogar mehrere Jahre, bis sich ein üblicher Rhythmus von 27 bis 29 Tagen eingependelt hat.

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Frauenarztpraxis
Dr. med. Wolfgang Wanner | Armin Mutz

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