Pubertät und Verhütung

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Mo, Di 8.00 - 19.00 Uhr
Mi. Do, Fr 8.00 - 18.00 Uhr

Unsere Praxis in Altensteig: Poststraße 33
72213 Altensteig
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Der Besuch in der frauenärztlichen Sprechstunde

Als Jungfrau zum Frauenarzt?
Natürlich kannst Du auch dann zum Frauenarzt gehen, wenn Du noch keinen Geschlechtsverkehr hattest, also wenn Du noch „Jungfrau“ bist. Der Frauenarzt wird Dich bei der ersten Untersuchung danach fragen – oder Du erzählst ihm das gleich selbst. Er wird Dich dann entsprechend vorsichtig untersuchen oder nur eine Ultraschalluntersuchung vom Bauch her durchführen.

Wann das erste Mal zum Frauenarzt?
Ein ganz bestimmtes Alter kann man dafür nicht angeben. Nach Möglichkeit sollte das aber vor dem 18. Lebensjahr liegen. Die meisten Mädchen gehen so um das 16. Lebensjahr erstmals zur frauenärztlichen Sprechstunde. Meist ergibt es sich auch von allein, weil ein bestimmter Grund vorliegt.

Ein Grund dafür könnte sein, dass Du einfach so zu einer Untersuchung möchtest, einer so genannten Vorsorgeuntersuchung. Ein zweiter Grund, und das kommt am häufigsten vor, ist, dass Du Dich genauer über Schwangerschaftsverhütung informieren möchtest. Aber möglicherweise hast Du auch Beschwerden im Unterbauch oder Probleme mit der Regelblutung oder Ausflussbeschwerden.

Bei folgenden Problemen unbedingt zum Frauenarzt:

  • bei starken Menstruationsschmerzen
  • bei starkem Ausfluss oder Juckreiz in der Scheide
  • bei Entzündungen im Scheidenbereich
  • wenn die Regelblutung mit 16 Jahren noch nicht eingetreten ist
  • wenn die Blutungen sehr unregelmässig kommen
  • bei Zwischenblutungen
  • bei Unterbauchschmerzen
  • bei Wunsch nach der Pille oder anderen Verhütungsmitteln
  • wenn Du glaubst, schwanger zu sein
  • wenn Du Geschlechtsverkehr ohne Verhütung hattest und auf keine Fälle schwanger werden willst
  • überhaupt bei allen Fragen rund um die Pubertät, körperliche Entwicklung und Sexualität
  • bei Fragen zur Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

Die meisten Mädchen gehen das erste Mal zum Frauenarzt, wenn sie sich über Schwangerschaftsverhütungsmittel beraten lassen wollen bzw. Wenn sie die Pille möchten.

Für die Pilleneinnahme gibt es keine nach unten Altersgrenze. Manchmal gibt es jedoch medizinische Bedenken gegen eine Pillenverschreibung. Dann wird der Arzt Dir zu anderen Verhütungsmitteln raten.

Ärztin oder Arzt?
Ist es besser zu einem Arzt oder zu einer Ärztin zu gehen? Beim ersten Nachdenken würdest Du sicherlich spontan sagen: eine Ärztin. Wegen des Schamgefühls oder weil Du glaubst, dass eine Ärztin die Gefühle einer Frau oder eines jungen Mädchens besser verstehen kann. Andere fühlen sich gerade von einem Mann als Frauenarzt besser betreut. Das wirst Du herausfinden müssen. In unserer Praxis kannst Du auch einen Termin bei Frau Dr. Willner vereinbaren.

Die Mutter mitnehmen?
Kannst Du – musst Du aber nicht. Deine Mutter kennt Deine Entwicklung und Deine Wünsche und Probleme. Sie wird Dir vielleicht schon erzählt haben, was alles beim Frauenarzt passiert. Sie wird sicherlich auch wissen, ob Du Angst hast, allein dorthin zu gehen, obwohl Du vor dem ersten Besuch beim Frauenarzt keine Angst zu haben brauchst. Wir führen auch eine so genannte Teenager-Sprechstunde durch. Hier kannst Du Dich mit dem Arzt unterhalten, ohne dass er gleich beim ersten Besuch eine Untersuchung durchführt. Du kannst natürlich auch Deinen Freund oder eine Freundin mitnehmen.

Das solltest Du unbedingt mitnehmen:

  • deine Chipkarte
  • den Regelkalender
  • den Impfpass

In der frauenärztlichen Praxis werden Dir folgende Fragen gestellt:

  • warum Du die Sprechstunde aufsuchst
  • in welchem Alter Du die erste Regel hattest
  • wann die letzte Regelblutung war (Zykluskalender)
  • ob die Regelblutungen immer pünktlich kommen
  • welche Krankheiten Du bisher hattest
  • ob Du schon einmal operiert wurdest
  • ob Du schon einmal Geschlechtsverkehr hattest

Die Untersuchung
Welche Art der Untersuchung notwendig sein wird, hängt vom Anlass Deines Besuchs ab.

Eventuell genügt auch eine äusserliche Tastuntersuchung vom Bauch her, die ev. mit einer äusserlichen Ultraschalluntersuchung kombiniert werden kann.

Zur gynäkologischen Untersuchung ist es notwendig, auf dem entsprechenden Untersuchungsstuhl Platz zu nehmen. Die Untersuchung beginnt mit der Beurteilung der äusseren Geschlechtsteile, z.B. ob hier Entzündungen vorhanden sind. Danach werden die so genannten Specula (Spiegel) vorsichtig in die Scheide eingeführt und die Scheide damit etwas auseinander gespreizt. Solche Spiegel sind vorgewärmte Metallspatel, die es in unterschiedlicher Grösse gibt. Wenn Du noch keinen Geschlechtsverkehr hattest, nimmt der Frauenarzt sehr kleine Instrumente, damit es nicht wehtut.

Es erfolgt dann die Beurteilung der Scheide und des Muttermundes. Dabei kann der Arzt sehen, ob Du Ausfluss hast, ob die Scheide durch eine Entzündung gerötet oder geschwollen ist. Wenn nötigt, entnimmt der Frauenarzt mit einem Wattestäbchen einen Zellabstrich aus der Scheide oder vom Muttermund (=Krebsvorsorgeabstrich).

Anschliessend erfolgt die Tastuntersuchung. Hierbei werden die Grösse , Lage und Festigkeit der Gebärmutter und der Eierstöcke beurteilt. Wenn Du noch keinen Geschlechtsverkehr hattest, erfolgt die Tastuntersuchung nicht durch die Scheide.

Und eventuell ist auch eine Brustuntersuchung erforderlich: dazu musst Du Deine Bluse oder das T-Shirt ausziehen und der Frauenarzt wird dann beide Brüste abtasten und nach bestimmten knotenartigen Veränderungen suchen.

Gespräch
Nach der Untersuchung wird der Arzt mit Dir die Befunde besprechen, ob alles in Ordnung ist oder ob bestimmte Erkrankungen vorliegen. Jetzt hast Du auch die Gelegenheit, Fragen zu stellen, die Du im Zusammenhang mit der Untersuchung hast.

Über Sex reden?
Beim Frauenarzt bist Du mit Deinen sexuellen Fragen und Problemen meist gut aufgehoben.

Mit ihm kannst Du offen und ohne Scheu über Deine alle Probleme sprechen. Für die meisten Frauenärzte ist es natürlich und selbstverständlich, dass auch junge Mädchen sexuelle Gefühle und den Wunsch nach körperlicher Zärtlichkeit und Geschlechtsverkehr haben. Sie werden es also verstehen, wenn Du vielleicht noch recht jung zum Frauenarzt kommst, um Dir z.B. die Pille verschreiben zu lassen.

Wichtig ist es auch, zu wissen, dass in jedem Fall die ärztliche Schweigepflicht auch den Eltern gegenüber gilt. Wenn Du kein Vertrauensverhältnis zu Deinen Eltern hast, mit ihnen nicht über Deine Sorgen und Probleme sprechen möchtest, kannst Du Dich auf das Stillschweigen des Arztes verlassen.